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Die Velobranche wehrt sich gegen Statements der bfu

Bfu dramatisiert E-Bike-Unfälle zu unrecht

Mit irreführenden Vergleichen dramatisiert die bfu im SINUS-Bericht 2015 die Unfallbilanz mit schweren Personenschäden bei den E-Bikes im Zeitraum 2011 bis 2014. Die Fahrradbranche wehrt sich gegen diese Art der Darstellung. Sie vermutet, dass die bfu mit dem Aufbauschen der Zahlen die Basis zur Generierung von Fördergeldern für teure und in der Wirkung umstrittene Verkehrssicherheits-Kampagnen anstrebt.

Im SINUS-Bericht steht: „Die schweren Unfälle mit E-Bikes nahmen von 2011 bis 2014 proportio-nal zum E-Bike-Bestand zu, so dass im Jahr 2014 mit 145 Schwerverletzten und 5 Getöteten erneut ein Höchststand zu verzeichnen war. Lag im Vorjahr die Anzahl schwerer Personenschäden noch knapp über derjenigen der Mofas, so übertraf sie diese im Jahr 2014 deutlich. Aufschlussreich ist auch der Vergleich mit dem Unfallgeschehen des Fahrradverkehrs. Verunfallten im Jahr 2011 im Vergleich zu Radfahrern 8,2 % E-Bike-Fahrer schwer, so waren es 2014 bereits 16,3 %.“

Die bfu nimmt zu Recht zur Kenntnis, dass die Unfallentwicklung mit der Zunahme des E-Bike-Bestandes zusammenhängt und dass bei der Mehrheit der E-Bike-Unfälle das Verschulden beim stärkeren Verkehrsteilnehmer liegt. Waren 2011 erst 110‘000 E-Bikes auf Schweizer Strassen unterwegs, konnte man 2014 bereits 280‘000 E-Bikes zählen, was einer Zunahme um 154% entspricht. Es ist klar, dass aufgrund des E-Bike-Booms auch die Unfallzahlen zunehmen. Dies ist aber keineswegs alarmierend. Vergleiche mit den übrigen Velos, deren Bestand in der Vergleichsperiode insbesondere deshalb abnahm, weil die Citybikes teilweise durch die E-Bikes verdrängt wurden, und erst recht mit den Mofas sind jedoch völlig fehl am Platz. Jedermann weiss, dass die Zahl der Mofas seit der Einführung der Helmtragpflicht im Jahr 1982 ständig rückläufig war. Im Gegensatz zu den E-Bikes sind sie aus dem Strassenverkehr weitgehend verschwunden.

Stopp der Sicherheitshysterie

Massnahmen zur Steigerung der Sicherheit im Strassenverkehr machen Sinn, wenn sie fundiert, zielgerichtet und vor allem verhältnismässig sind. Velo- und Motorradfahren ist per se risikoreicher als Autofahren. Die Fahrradbranche unterstützt deshalb die Forderung nach besseren Velowegen und besserer Veloinfrastruktur. Sie trägt mit der Lancierung technisch immer ausgefeilterer Produkte und Massnahmen wie z.B. vergünstigte Fahrkurse – teils in Zusammenarbeit mit dem TCS – zur Steigerung der Sicherheit bei. Sie wehrt sich jedoch gegen die ständig wachsende Sicherheitshysterie, welche von der bfu mit irreführenden Medieninformationen geschürt wird und die Velofahrerinnen und Velofahrer verunsichert.

19.11.2015